Nachhaltige Fasern

Nachhaltige Faserstrategie

Mit dem Ziel, unser nachhaltiges Faserprogramm weiter auszubauen, hat sich das Unternehmen 2017 dem EU-geförderten Programm European Clothing Action Plan (ECAP) angeschlossen. Als Ausgangspunkt führten wir Bestandsaufnahmen zu Faserverbräuchen durch und ermittelten den zugehörigen Faser-Fußabdruck. Die Ergebnisse unserer Zusammenarbeit mit ECAP haben wir in einer Case Study zusammengefasst. Im Jahr 2018 haben wir unsere Strategie für nachhaltige Produkte weiter konkretisiert und die dabei definierten Handlungsfelder mit Zielvorgaben untermauert. In den kommenden Jahren wollen wir den Anteil nachhaltiger Fasern in unseren Kollektionen entsprechend signifikant erhöhen und uns mit weiteren Materialalternativen und Produktinnovationen befassen.

Baumwolle

Baumwolle gehört zu den wichtigsten Fasern in unserem Produktportfolio. Umso mehr achten wir bei der Beschaffung dieses Rohstoffs auf Kriterien der Nachhaltigkeit. Die s.Oliver Group will den Anteil nachhaltig produzierter Baumwolle bis 2030 auf 100 Prozent steigern, überwiegend in Zusammenarbeit mit den Initiativen Cotton made in Africa und Better Cotton. Gleichzeitig nutzen wir international anerkannte Standards für Bio-Baumwolle und setzen u.a. Lyocell in unseren Produkten ein, das aus Stoffresten von Baumwollbekleidung der Textilindustrie gewonnen wird.

ORGANIC COTTON

Wir setzen Bio- und somit gentechnikfreie Baumwolle ein. Beim Anbau von Bio-Baumwolle werden dabei keine chemischen Düngemittel und Pestizide genutzt, sondern natürliche Varianten wie Kompost. Gleichzeitig muss ein Fruchtwechsel eingehalten werden, sodass abwechselnd verschiedene Kulturen auf der Agrarfläche angebaut werden. Dadurch wird zum Erhalt und der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit beigetragen und der Humusanteil erhöht. Dies wiederum sorgt dafür, dass der Boden mehr CO2 aufnehmen kann. Zudem dürfen keine chemischen Entlaubungsmittel eingesetzt werden, die die maschinelle Ernte der Baumwolle erleichtern, aber die Gesundheit der Erntehelfer und Bauern gefährden.

Bei s.Oliver nutzen wir derzeit den „Organic Content Standard“ (OCS) als internen Nachweis für die Menge des organischen Materials in unseren Textilien. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Rückverfolgbarkeit der Bio-Fasern im Endprodukt. Außerdem setzen wir den weltweit führenden Standard für die Verarbeitung von ökologischen Naturfasern ein, der nicht nur ökologische und soziale Kriterien für den Anbau, sondern auch für die gesamte Produktionskette der Bio-Baumwolle definiert.

COTTON MADE IN AFRICA

Im Rahmen von Cotton made in Africa (CmiA), einer Initiative der Aid by Trade Foundation, bezieht die s.Oliver Group seit 2009 nachhaltige Baumwolle aus Afrika. Damit leisten wir Hilfe zur Selbsthilfe für afrikanische Kleinbauern und helfen ihnen dabei ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen aus eigener Kraft zu verbessern. Denn für jedes Textil mit dem CmiA-Label bezahlen wir eine Lizenzgebühr an Cotton made in Africa. Einnahmen aus Lizenzen werden in Afrika reinvestiert und kommen den Kleinbauern sowie dem Schutz unserer Natur durch Schulungen im nachhaltigen Baumwollbau zu Gute. Gentechnik und künstliche Bewässerung sind beim Anbau von Cotton made in Africa-Baumwolle untersagt und damit ausgeschlossen. Darüber hinaus engagiert sich die Initiative in sozialen Projekten für die Dorfgemeinschaften – bspw. im Bereich Frauenförderung, Bildung oder Gesundheit. Mehr erfahren Sie hier.

BETTER COTTON INITIATIVE

Ein weiterer wichtiger Partner für unsere nachhaltige Baumwollbeschaffung ist die Better Cotton Initiative (BCI). Anbaubetriebe, die für den Verkauf von Better Cotton in die Lieferkette lizenziert sind, müssen soziale und ökologische Mindestkriterien erfüllen und diesbezüglich kontinuierlich Verbesserungen nachweisen. Im Umweltbereich zeichnet sich Better Cotton beispielsweise durch reduzierten Pestizideinsatz, bessere Wassereffizienz und eine Anbauweise, die auf den Erhalt von Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt achtet, aus. Eine Übersicht über die Better Cotton-Kriterien finden Sie hier.

MASSENBILANZ

Unsere Baumwollbeschaffung über die Initiativen Cotton made in Africa und Better Cotton erfolgt nach dem Prinzip der Massenbilanz. Demnach kaufen unsere Lieferanten eine bestimmte Menge Baumwolle, die für die Herstellung unserer Ware benötigt wird, als nachhaltige Baumwolle ein. Das heißt Baumwolle, die nach den Kriterien von Cotton made in Africa (CmiA) oder der Better Cotton Initiative (BCI) zertifiziert ist, wird an Baumwollspinnereien in unserer Lieferkette in entsprechender Menge geliefert. Daraus werden dann die Textilien gefertigt. Dabei kann es sein, dass die Baumwolle, die den Kriterien von BCI oder CmiA entspricht, mit herkömmlicher Baumwolle verwoben wird und Produkte somit nicht zwingend vollständig aus Baumwolle der Initiativen bestehen. Wichtig ist allerdings, dass die dem Produkt entsprechende Menge Baumwolle nachhaltig angebaut wurde und in unsere Lieferkette gelangt. Somit kommt die Nachfrage nach der nachhaltig beschafften Baumwolle bei den Erzeugern, also den Bauern, an. Schlussendlich ist dabei die Gesamtmasse der beschafften Baumwolle entscheidend. Daher der Name Massenbilanz. Mit jedem ausgezeichneten Produkt werden Baumwollbauern unterstützt sowie die Natur geschont, denn für jedes CmiA- oder BCI-Produkt führen Unternehmen Gebühren ab, die in den Anbauregionen reinvestiert werden. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

ZELLULOSEFASERN

Der Zellstoff für unsere nachhaltig zertifizierte Viskose stammt aus FSC- oder PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft. Die Weiterverarbeitung des Rohstoffs zum Garn erfolgt in einem geschlossenen Herstellungskreislauf, der eingesetzte Ressourcen wiederverwendet und damit die Umwelt schont. Darüber hinaus werden Treibhausgas-Emissionen gegenüber der Gewinnung von generischen Zellulosefasern stark reduziert.

Zellulosefasern zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie aus einem nachwachsenden Rohstoff gewonnen werden, sondern auch dadurch, dass sie biologisch abbaubar sind.

NACHHALTIGE ZELLULOSEFASERN AUS DEM HAUSE LENZING™

Die holzbasierten Viskosefasern der Marke LENZING™ ECOVERO™ stammen aus zertifizierten und kontrollierten Quellen und tragen aufgrund ihrer Umweltverträglichkeit das EU Ecolabel. Die Herstellung von LENZING™ ECOVERO™ Viskosefasern verursacht etwa 50 Prozent weniger Emissionen und eine geringere Wasserbelastung als generische Viskose.

Lenzing nutzt nicht nur zertifiziertes Holz als Rohstoff, sondern auch Stoffreste aus dem Zuschnitt von Baumwollbekleidung der Textilindustrie. Mittels REFIBRA™ Technologie wird das Rohmaterial zu neuen TENCEL™ Lyocellfasern verarbeitet. Dadurch lässt sich der Einsatz von Rohstoffen und Energie wesentlich reduzieren.

TENCEL™, REFIBRA™, LENZING™ und ECOVERO™ sind Marken der Lenzing AG.

NACHHALTIGE VISKOSE: LIVAECO™ VON BIRLA CELLULOSE™

Ebenso ist unser Partner Birla Cellulose™ auf die Gewinnung von Fasern aus Holz spezialisiert. Dabei kommt ausschließlich Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft für die Herstellung der Zellulosefasern zum Einsatz. Im Herstellungsprozess wird im Vergleich zu anderen nicht zertifizierten Naturfasern sowohl der Wasserverbrauch als auch der Ausstoß von Treibhausgasen stark reduziert. Die Zellulosefasern lassen sich außerdem zu ihrem Ursprung rückverfolgen und sind biologisch abbaubar.

Synthetische und tierische Fasern

Um den Einsatz synthetischer Fasern umweltschonender zu gestalten, widmet sich die s.Oliver Group zunehmend dem Einsatz recycelten Fasermaterials. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

Auch für den Einsatz tierischer Fasern schreiben wir unseren Lieferanten strenge Auflagen und Standards vor, die Sie hier nachlesen können.

Nachhaltige Herstellungsverfahren

Ein weiterer Strategiebaustein liegt im Bereich der Herstellungsverfahren. Die s.Oliver Group will den Einsatz umweltfreundlicher Technologien in der Herstellung fördern und gibt Lieferanten dazu konkrete Vorgaben an die Hand. Einen Schwerpunkt bilden wasser-, energie- und chemikalienreduzierte Veredelungstechniken in der Jeans-Produktion. Hier erfahren Sie mehr.