Recycling

RECOVER – weil die perfekte Form ein Kreis ist

Die Textilbranche ist leider dafür bekannt, entlang ihrer Wertschöpfungskette große Abfallmengen zu produzieren und damit die Umwelt zu belasten. Aber nicht nur in der Wertschöpfungskette, auch in unseren Büros und den Verkaufsstandorten fällt Abfall an.

Deshalb ist es an der Zeit dem linearen Wirtschaftsmodell von Entsorgung und Vernichtung der Abfälle den Rücken zu kehren und den Kreis zu schließen. In der Kreislaufwirtschaft werden Materialien, die nicht mehr gebraucht werden, nicht einfach entsorgt, sondern der Wiederverwertung zugeführt – im Idealfall sogar der Wiederverwendung im eigenen Herstellungsprozess.

Recycling von Abfällen

Grundsätzlich gilt: Bevor wir Abfälle überhaupt zulassen, geht es für uns im Sinne der Ressourceneffizienz an erster Stelle darum, Abfälle zu vermeiden und diese so weit wie möglich zu verringern. So nutzen wir für unsere Kollektionen beispielsweise auch übriggebliebene Stoffe (Leftovers).

Wo Abfälle weiterhin entstehen, verfolgen wir den Anspruch funktionierende Trennungs- und Wiederverwertungssysteme zur Verfügung zu stellen und diese auch zu nutzen. Dies betrifft beispielsweise Verpackungsmüll aus Logistikstandorten, wie etwa Kartonagen und Folien.

Verwertung von Restanten

So genannte Restanten, also Kleidung, die wir in einer Saison nicht verkauft haben, finden demgegenüber meist eine andere Form der Wiederverwendung. Einwandfreie Ware wird in der s.Oliver Group gemäß Retourengrund in Kategorien eingestuft und daraufhin über diverse Vertriebskanäle (z.B. in Outlets) weiterverkauft. In Teilen spenden wir nicht verkaufte Kleidung auch an karitative Einrichtungen. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat das Unternehmen 2020 beispielsweise 10.000 Kleidungsstücke an die Malteser in Würzburg gespendet, die die Ware nach Bedarf verteilen. Aber auch den Bahnhofsmissionen hat s.Oliver im Rahmen der Aktion „Wärme spenden“ im Herbst zahlreiche Jacken zur Verfügung gestellt. Nur in seltenen Ausnahmefällen, bei eindeutiger Unverkäuflichkeit aufgrund hoher Qualitätsmängel, wird Ware nach vorheriger Prüfung vernichtet.

Zudem leisten Planung und Sortimentsgestaltung einen Beitrag, um Restanten zu vermeiden. Um die Bedarfe der Endverbraucher zu decken, müssen für die Bevorratung der Ware in den Geschäften und im Lager Vororder-Aufträge platziert werden. 80 Prozent der Ware produzieren wir gemäß konkreter Kundenaufträge. Die vorab erforderliche Kollektionsentwicklung geschieht auf Basis von Erfahrungswerten, Trends und Prognosen. Diese Prognosen werden so kurzfristig wie möglich erstellt. Ziel ist es, unter anderem über den Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Verkürzung von time-to-market (Zeit der Produktentwicklung bis zur Auslieferung) unser Produktangebot für unsere Kunden künftig noch bedarfs- und nachfragegerechter zu gestalten und somit auch Restanten noch weiter zu reduzieren.

Dazu zählt aber ebenso die tägliche Entsorgung unserer Büroabfälle, die in zentralen Trennstationen gesammelt werden.

Einsatz recycelter Fasern

Um einen weiteren Beitrag zum Kreislaufprinzip in der Textilproduktion zu leisten und damit zugleich den Einsatz vor allem synthetischer Fasern umweltschonender zu gestalten, befassen wir uns auch verstärkt mit dem Einsatz recycelten Fasermaterials in unseren Produkten. Hierbei greifen wir auf unterschiedliche Beschaffungsoptionen zurück: Einerseits beziehen wir von unseren Lieferanten vermehrt Produkte mit Fasern, die aus wiederverwertetem Kunststoff wie beispielsweise PET-Flaschen hergestellt wurden. Andererseits gibt es auch Recyclingfasern, die aus Altkleidern gewonnen werden. Dafür wird bereits getragene Kleidung zunächst in ihre Ursprungsbestandteile zerlegt, woraus in verschiedenen Prozessschritten neuer Rohstoff und daraus neue Garne entstehen. Um in den jeweils angewendeten Verfahren höchste Standards zu gewährleisten und die Verwendung recycelter Fasern im Produkt zu belegen, schreiben wir unseren Lieferanten den Nachweis bestimmter Zertifizierungen vor. Der „Global Recycled Standard“ (GRS) sowie der „Recycled Claim Standard“ (RCS) der Standardorganisation Textile Exchange sind hierbei unsere Anforderung.